Methodik des Periodensystems

Das Financial Service Periodensystem beschreibt und strukturiert das heutige Finanzökosystem aus einer serviceorientierten Betrachtungsweise. Es basiert auf einer strukturierten und methodisch erhobenen Sammlung von Financial Services. Es dient als wissenschaftliches Referenzmodell sowie als Grundlage für praxisbezogene Werkzeuge.

Was wird im Periodensystem abgebildet?

Das Periodensystem erfasst alle gängigen Financial Services, die international am Markt angeboten werden. Die enthaltenen Elemente müssen dabei folgende Kriterien erfüllen:

Service
  • Eindeutige Bezeichnung des Services
  • Klar definierte und abgegrenzte Funktionalität (Modularität)
Fragen zur Validierung: Erfüllt das Element eine Funktion und gibt es ein definiertes Ergebnis/Output?
Fokus
  • Kundenfokus: Serviceerbringung erfolgt immer unter Einbezug des Kunden
  • Kundensegment: Retail-, Private- oder Firmenkunden
  • Finanzbezug: Substituiert oder Komplementiert bestehende Finanzservices
  • Berücksichtigung entwickelter Finanzmärkte (insbesondere Europa, Amerika, Australien)
Lässt sich ein Referenzprozess modellieren, welcher auch Kundeninteraktion aufzeigt?
Granularität
  • Alle Services, welche sich keiner übergeordneten Serviceklasse zuordnen lassen, erscheinen als Element im Periodensystem. Alle übrigen Services werden den bestehenden Services zugeordnet (Mehrfachzuordnungen sind möglich).
Ist der Service eine Variante eines bestehenden Services? Kann der Service durch den Kunden einzeln am Markt bezogen werden oder nur in Verbindung mit einem anderen Service?
Relevanz
  • Service wird gegenwärtig am Markt angeboten (keine hypothetischen Services)
Welcher Beispielanbieter bietet den Service an?
Wonach werden die Services strukturiert?

Als Strukturvorgabe für das Periodensystem dient das Referenzbankenmodell des CC Sourcing. Es gliedert sich primär in die bankfachlichen Bereiche Zahlen, Anlegen, Finanzieren und übergreifende Services.  Sofern notwendig, werden Anpassungen an diesem Modell vorgenommen um den geänderten Rahmenbedingungen gerecht zu werden. Beispielsweise wurde das Periodensystem um aktuelle Basistechnologien ergänzt.

Pro bankfachlichen Bereich werden die Services in klassische Services (unten) und innovative Services (oben) untergliedert. Klassische Services sind dabei alle Services ohne Technologiebezug und Services, welche als „Pre-FinTech“ eingestuft werden – d.h. Services vor 2010-2015.

Innerhalb einer Gruppe von Services, gibt es keine systematische Sortierung der Services. Objektive Ordnungszahlen für Services liegen nicht vor.

Darüber hinaus sind Kerntechnologien dargestellt, welche gegenwärtig oder zukünftig einen Impact auf die Services erwarten lassen.

Wie geschieht die Aktualisierung und Pflege des Periodensystem?

Dem Periodensystem liegt ein Financial Service Repository zu Grunde, welches nach einem definiertem Prozess ergänzt und gepflegt wird. Eine zentrale Rolle dabei spielt ein Zirkel aus Fachexperten, welche über die Definition und Klassifikation neuer Services entscheiden.

Der Redaktionsprozess umfasst die folgenden Phasen:

  1. Monitoring:
    1a. Fortlaufendes Screening
    1b. Vorschlagsprozess
  2.  Aufbereitung und Vordefinition durch Wissenschaftler
  3. Evaluation und Zuordnung durch Expertenzirkel
  4. Einpflegen in das Periodensystem
  5. Zuordnung des Services zu einem Domänenexperten und Erstellung einer ausführlichen Definition im Service Wiki